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Hund – Ja oder Nein!

Hund – Ja oder Nein!

Für manche fällt die Entscheidung leicht - zu leicht!

Autor: T60P/Mittwoch, 11. Januar 2017/Kategorien: Senioren, Beitrags-Kategorie, Tiere, Wellness, Sport, Freizeit, Reisen

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Im Dezember 2015 ist nach 13einhalb gemeinsamen Jahren mein Hund Cody verstorben. Cody war ein ganz außergewöhnlicher Hund. An manchen Tagen fehlt er mir, dass ich heulen könnte. Doch andererseits wurde auch vieles wieder leichter.

In den letzten Tagen bekam ich einen Anruf von meiner Schwester. „Willst du nicht wieder einen Hund haben? Die Besitzer einer 13jährigen Aussie-Dame (Australien Shepherd – eine „Nichte“ meines Hundes Cody) sind verstorben und sie sucht einen guten Platz.“

„Klar“, antwortete ich, „und in einem Jahr heul ich mir wieder die Augen aus. Nein, danke.“

Dann kamen die ersten Fotos über WhatsApp. Der gleiche Blick wie bei Cody. Plötzlich stand meine Frau neben mir: „Ist sie das? Ich hätte nichts dagegen …“

Plötzlich war da die ernsthafte Überlegung, den Hund zu adoptieren. Wäre ich in diesem Augenblick nach dem Herzen gegangen, läge Lizzy jetzt wahrscheinlich irgendwo bei mir im Büro unter einem Schreibtisch und wäre vielleicht glücklich.

Tatsache ist jedoch, dass kein Hund bei uns eingezogen ist und wir hoffen, dass Lizzy einen wirklich guten Platz findet, an dem sie ihre letzten Monate oder vielleicht Jahre gut aufgehoben ist. Hätte ich an mich gedacht, wäre sie jetzt bei uns – da es aber um das Wohl der Hündin ging, bleiben wir allein.

Ich habe lange überlegt und ich bin der festen Überzeugung, dass es eine ganze Reihe von Punkten gibt, die bedacht werden müssen. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, einen Hund anzuschaffen, hier ein paar Anregungen.

Haben Sie Zeit für und Erfahrung mit Hundeerziehung?

Mit Cody hatte ich 13einhalb Jahre nie ein Problem. Er hat nur gebellt, wenn jemand an die Haustür kam, niemanden angeknurrt, niemanden gezwickt oder gar gebissen. Er hat nie etwas im Haus kaputt gemacht, hat nie gebettelt oder gar Essen vom Tisch gestohlen und ist nur ab und zu mal zur Nachbarshündin gelaufen, obwohl wir keinen Zaun hatten und er sehr viel allein im Garten war. Ich konnte Cody jederzeit mit den Nachbarskindern Spazierengehen lassen, weil ich wusste, er würde ihnen aufs Wort gehorchen. Er reagierte auch über größere Entfernung auf Handzeichen und wenn er beim Wandern plötzlich wegstartete, um einem Hasen oder Reh hinterherzulaufen, machte er auf Pfiff sofort kehrt.

Das alles ging aber nicht von heute auf morgen, sondern ich habe ein volles Jahr in die Erziehung meines Hundes investiert. Ich sage bewusst Erziehung, denn ich war nicht einen einzigen Tag auf einem Abrichteplatz. Ich hatte meine eigenen Befehle, meine eigenen Handzeichen und meine eigene Körpersprache und jeder, der mit meinem Hund weggehen oder was auch immer tun wollte, musste diese Befehle und Zeichen lernen.
Hundeerziehung bedeutet konsequentes anwenden immer gleicher Anordnungen; ein Nein ist ein Nein, unter allen Umständen. Es braucht Korrektur-Maßnahmen die der Hund versteht, ohne ihn zu verletzen. Es bedeutet einbeziehen der Familie, Freunde und sogar Nachbarn in den Prozess. Nachbarn neigen dazu, freundliche Hunde mit allem Müll zu füttern, der von ihren Tischen abfällt ;)

Was oder wie wollen sie den Hund füttern?

Da gibt es Dutzende Ideologien. Cody bekam nie Abfälle vom Tisch. Grundsätzlich bekam er Trockenfutter und Wasser und seine Schüsseln waren immer voll. So konnte er fressen, wann immer er wollte. Wann immer es zum Essen Fleisch gab, bekam er ein paar rohe Abschnitte und mehr oder weniger regelmäßig bekam er getrocknete Rinderfleischstreifen oder Schweineohren als Leckerli. Das Trockenfutter war eines der teuersten am Markt und die Leckerlies auch nicht die günstigsten. Dafür hatte Cody bis zum Schluss immer nur dann Probleme mit der Verdauung, wenn unsere Nachbarn wieder einmal vergessen hatten, dass sie ihn nicht mit Essensresten füttern sollen.

Was tun, wenn man aus dem Haus muss?

Die ersten 12 Jahre konnte ich Cody mitnehmen. Wenn ich über Wochen hinweg auswärts war, habe ich bei Unterbringung und Zeitplanung den Hund mit einbezogen. Manchmal musste er für ein paar Stunden im Auto auf mich warten, das ging nur bei entsprechenden Temperaturen und es war klar, dass ich vorher und nachher eine ordentliche Runde mit ihm gehen musste. Da er gut erzogen war, konnte ich ihn zu allen meiner Kunden mitnehmen und manche durfte ich überhaupt nur aufsuchen, wenn er mit dabei war.

Erst in den letzten Jahren wurde es schwieriger, da ich viel Zeit als Trainer in einem Schulungsinstitut verbrachte. Also musste ich dafür sorgen, dass Frau, Mutter, Schwester, Nachbarn und Freunde den Hund aus dem Haus ließen oder mit ihm auf Tour gingen.

Cody hat nie gebellt oder geheult.

Hätte er das getan, wäre es problematisch geworden. Bellt ein Hund regelmäßig länger als 10 Minuten, oder zwischen 22:00 und 6:00 Uhr, ist das Ruhestörung und kann mit Ordnungsstrafen geahndet werden oder sogar zur Unterlassungsklage führen.

Was machen Sie im Urlaub mit dem Hund?

Wir haben den Urlaub 13 Jahre lang auf den Hund abgestimmt. Wenn er nicht mitkonnte, sind wir da nicht hin. Jahrelang sind wir gar nicht auf Urlaub gefahren.

Bedenken sie, dass ein Hund auch mal sein Geschäft verrichten muss.

Vor allem dann, wenn sie mit ihm unterwegs sind.

Mir sind Hundebesitzer ein Gräuel, die ihr Tier immer und überall hinpinkeln lassen. Es ist schwer, dem eigenen zu verbieten, eine Hausecke anzupinkeln, die bereits für Menschen meterweit nach Hundeurin stinkt.
Mit den Häufchen ist es mittlerweile gesetzlich geregelt. Sie müssen weggeräumt werden. Für das kleine Geschäft gibt es noch keine Regelungen. Hier ist das Gewissen des Hundebesitzers gefragt – die meisten haben leider keines. Meiner Meinung nach, sollte in Ortschaften und Städten nur dort Hunde erlaubt sein, wo es eigene Grünflächen gibt, wo die Tiere ihr Geschäft ungestört verrichten können.

Ist der Hund aggressiv,

ist meist der Hundehalter schuld. Aggressive Hunde sind meist ein Zeichen für falsche Haltung oder Führung des Hundes.
Auch Cody hat alle 2 – 3 Jahre mal getestet, ob ich noch „das Rudel“ anführen kann, oder ob er die Führung übernehmen soll. Es würde zu weit führen, hier zu beschreiben, wie er das getan hat, wichtig ist nur, dass Hunde es versuchen, weil es in ihrer Natur liegt. Wenn man nicht Einhalt gebietet, wird der Hund zum Boss – und mitunter aggressiv, weil er seine Stellung verteidigt oder sein Rudel beschützt oder einfach nur, weil er durchknallt.
Wenn ein Hund bekanntermaßen zu Aggressivität neigt, darf er keinesfalls mehr ohne Leine und Maulkorb geführt werden.

In vielen Gemeinden gilt ohnehin schon Maulkorb- und Leinenpflicht. In Wäldern ist das freie Laufenlassen von Hunden sowieso verboten. Überlegen sie also, ob sie wirklich einen Hund haben wollen, der dann ohnehin nie frei sein darf.

Wenn der Hund Schaden anrichtet,

egal welcher Art, haften sie. Ohne Wenn und Aber. Ich empfehle jedem Hundebesitzer eine entsprechende Haftpflichtversicherung abzuschließen. Eine Unfall- und Krankenversicherung für das Tier ist ebenfalls dringend angeraten.

Cody hatte eine Kehlkopflähmung, die operiert werden musste. Abgesehen davon, dass diese erst vom dritten Tierarzt erkannt wurde, waren die Untersuchungen schon ziemlich teuer – die Operation kostete nochmals knapp 1.100 Euro. Hätte ich keine Versicherung gehabt, hätte ich mir überlegen müssen, den Hund einzuschläfern, oder darauf zu warten, dass er erstickt.

Wenn sie sich einen Hund zulegen wollen, dann denken sie dabei in erster Linie an das Tier, nicht an sich selbst. Notieren sie sich einen ganzen Monat lang, was sie in jeder Stunde des Tages tun und überlegen sie: „Was hätte ich heute mit dem Hund gemacht?“

Wenn das alles geklärt ist und für den Hund gut klingt, dann wünsche ich ihnen und ihrem Freund eine gute Zeit.

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Anzahl Leser (3267)/Kommentare (2)

2 Kommentare zu "Hund – Ja oder Nein!"

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Alf

14.01.2017 12:31

Super informativer Bericht aus gelebter Praxis ! Vielen Dank !


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Christa

24.01.2017 12:54

Lieber Engelbert! Sorry, wir haben uns so lange nicht gesehen, dass ich nicht mitbekommen habe, dass Cody über die Regenbogenbrücke gegangen ist.

Zu deinem Text - toll, du hat absolut recht, mit allem, aber:

"Ohne meine Hunde wäre mein Haus viel sauberer, mein Kontostand wäre sicher viel besser, ich hätte mehr Zeit für mich, zum Reisen oder andere Aktivitäten.

ABER: mein Herz wäre dann leer."

Also wird nach meinen Hunden wieder ein Hund bei mir einziehen, kein ganz junger mehr, denn der braucht viel Zeit und Zuwendung, sondern eben ein älterer Hund, der vielleicht sein Zuhause verloren hat und der noch eine Chance für seinen Lebensabend bekommen soll. Auch wenn es nicht für lange ist.

Alles Liebe

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